NEUE GRUNDSCHULE EGESTORF

Nicht nur im urbanen Kontext – auch im ländlichen Raum besteht Bedarf für neue Schulen. Mit dem Neubau der Neuen Grundschule Egestorf entschied sich die 2.500 Einwohner-Gemeinde nahe Hamburg gegen eine Anpassung des Bestandsbaus im Ortszentrum. Feldschnieders + Kister Architekten BDA lieferten den Siegerentwurf des hochbaulichen Gutachtenverfahrens mit insgesamt drei Architekturbüros. Im September 2017 eröffnete die Schule für 140 bis 150 Schüler.

Der Entwurf greift auf die traditionelle Typologie des Langhauses mit tragenden Außenwänden und Giebelform und den ortstypischen Klinkerstein zurück. Durch die vier gegeneinander verschobenen Baukörper entsteht ein eingeschossiges Ensemble, dass sich selbstverständlich mit dem Außenraum verzahnt und im Innern Optionen für eine flexible Nutzung offenhält. Die zentrale und transparente Eingangshalle dient sowohl als Aufenthaltsbereich als auch als Verteiler und beherbergt die Verwaltungsräume. Daran angeschlossen ist die Schülerbibliothek, der direkte Zugang zum Schulhof lädt in den Sommermonaten zum Lesen und Lernen im Freien ein.

Die Empfangshalle erschließt auch das „Freizeithaus“ mit den lauteren Nutzungen: Hier finden sich Mensa, Musik- sowie Kreativraum, die auch unabhängig vom Schulbetrieb für Aktivitäten der Gemeinde genutzt werden können. Ein großes Schaufenster bietet zur Straße hin Einblicke in das Innenleben des Gebäudes. Die beiden rückwärtig auf das Grundstück gesetzten Baukörper dienen als Lernhäuser. In dem einen befinden sich drei jeweils baugleiche Klassenräume und ein offener Betreuungsraum als Lernlandschaft. Im anderen gibt es vier Klassenräume mit einem Differenzierungsflur.
Verbunden sind die vier Baukörper jeweils über transparente Fugen, in denen die Gruppenräume für Einzelarbeit abgetrennt werden können. Die Klassenräume werden auf der Südseite über einen offenen Lernbereich erschlossen. Variierende Fensteröffnungen in diesem Bereich definieren kleine Nischen und Sitzmöglichkeiten für freies Lernen und Spielen. Die volle Ausnutzung der bis in den Giebel offenen Raumvolumen mit großflächigen Dachflächenfenstern kommt der hohen Ausnutzung an Tageslicht wie auch der Raumakustik zu Gute und schafft optimale klimatische Bedingungen, so dass Klimatechnik lediglich in der Mensa erforderlich ist.

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